Programm
Der Spielplan der 6. Ausgabe, 10. bis 14. Juni 2026: Aufführungen in der Tramhalle und im Kino+, Kurse am Vormittag und das Rahmenprogramm.
Kurse
Die Kurse finden nur am Vormittag statt, mit unterschiedlichen Anfangszeiten. Treffpunkt ist 15 Minuten vor Kursbeginn im Festzelt im Theaterdorf; von dort begleiten wir dich zum Kursraum.
An- und abmelden kannst du dich bis 17 Uhr am Vortag in der PEP App. Ob ein Kurs stattfindet, steht immer hier auf der Website: Melden sich zu wenige Personen, fällt er aus.
Ein Kurs kostet CHF 20.–. Für die teilnehmenden Theatergruppen sind die Kurse gratis.
Nonverbales Spiel
Alexandre Zurkinden
Noch bevor gesprochen wird, erzählen Körper bereits Geschichten. Eine Haltung, ein Atemzug oder ein Blick verändern, wie eine Szene wahrgenommen wird. Im nonverbalen Theater arbeiten wir mit Körpersprache, Präsenz und Bewegung. Wir folgen Impulsen, reagieren aufeinander und entdecken, wie viel ohne Worte entstehen kann. Dabei darf ausprobiert, übertrieben und auch mal missverstanden werden. Gemeinsam geben wir dem Ungesagten Form und machen Stille sichtbar. Was sagt dein Körper, bevor du überhaupt etwas denkst?
Zwickmühlen – Von Liebesszenen bis Bühnenkampf
Katrin Janser Fors
Dieser Kurs bietet die Möglichkeit, seine schauspielerischen Fähigkeiten zu vertiefen und sich mit schwierigen Situationen als Schauspieler:in oder auch als Regisseur:in auseinanderzusetzen. Wann ist die Emotion, das Spiel, die Szene authentisch, wann ist es zu viel? Wie gehen wir an emotionsgeladene Szenen ran und welche Arten gibt es diese auf der Bühne umzusetzen? In diesem Kurs erfahren wir Tipps und Tricks wie wir spannende Herausforderungen, wie Liebes- oder Gewaltszenen, auf der Bühne authentisch darstellen oder abstrakt umsetzen können. Wir lernen kleine Bühnenkampftricks und erforschen und probieren verschiedene Wege anhand von Texten.
Schreibwerkstatt – für alle die Geschichten schreiben möchten
Peter Locher
Von ersten Ideen zum dramaturgischen Konzept: Beginn – Höhepunkt – Schluss. (keine Dialog-Arbeit)
Workshop Komik
Cyrille Richard Marty
Ein Schauspiel-Workshop über Komik – Wie entsteht ein Lachen auf der Bühne? Und was braucht es, damit eine komische Spielsituation nicht peinlich wirkt, sondern zu einem lustvollen Moment voller Komik wird?
In diesem Workshop tauchen wir in die Welt der Komik ein – körperlich, direkt und mit grosser Freude am Ausprobieren. Aus einfachen Handlungen, Einflüssen auf unsere Spielsituationen, Reaktionen auf Raum, Objekt und Spielpartner entstehen Szenen, die leicht, präzise und überraschend wirken. Gemeinsam schärfen wir das Spielgefühl für Timing, Reduktion und komische Akzente. Wir kreieren Figuren, erforschen Klischees, entwickeln daraus wirksame Charaktere und entdecken, wie und warum Komik im Theater funktioniert.
Dabei geht es nicht um perfekte Pointen, sondern um Präsenz, Instinkt, Spielfreude und die Bereitschaft, mit Überzeugung von einem Fettnäpfchen ins nächste zu scheitern.
Worum geht's?
- Wie entsteht Komik aus unserer physischen Handlung?
- Wie kreieren wir mit komischen Figuren und deren Klischees wirkungsvolle Charaktere?
- Wie werden aus Missgeschicken, Unterbrüchen und «negativen» Gefühlen spielerische Konflikte mit Leichtigkeit?
- Wie bauen wir durch Spielfreude, Präzision und Sympathie eine direkte Verbindung zum Publikum auf?
Der Workshop ist praxisnah und lebt vom gemeinsamen Ausprobieren. Je nach Gruppe fliessen persönliche Ziele, spontane Impulse und das commedia-magica-«Theaterbar»-Konzept ein.
Wer kann mitmachen? Alle Menschen mit Lust am Spielen, am Scheitern, am Ausprobieren und am Entdecken komischer Bühnenmomente. Theatererfahrung ist möglicherweise hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Akzente im Text – für Schauspiel und Regie
Alex Truffer
Das Publikum soll alleine mit der Text-Gestaltung in den Bann gezogen werden. Was braucht es dazu? Das wichtigste Element heisst: Akzentsetzung. Mit präzisen Akzenten leiten wir das Publikum durch unseren Text, so dass ihre Gedanken und Bilder dort sind, wo wir es wollen. Ein Kurs nicht nur für Schauspiel und Regie!
Play, Play, Play – Willkommen im Zelt!
Alexandre Zurkinden, Cyrille Richard Marty & Katrin Janser Fors
Zu müde für einen Workshop oder eine Vorstellung? Dann komm zu uns ins Theater-Zelt. Es erwarten dich kleine Darbietungen, Spiele und Übungen, an welchen du mitmachen kannst (wenn du möchtest) und vielleicht der eine oder andere Theater-Song. Für ein Cüpli oder Cola in guter Gesellschaft mit guter Laune ist es nie zu früh.
Improvisationstheater – Einstieg leicht gemacht!
Susanna Hug
Mit einem spielerischen Basistraining führe ich dich Schritt für Schritt in die Welt der Theater-Improvisation ein. Mit viel Spielfreude und dem Erlernen von Regeln und Techniken gewinnst du Vertrauen und wirst schon bald aus dem Moment heraus auf die Impulse deiner Spielpartnerinnen reagieren können. Danach bist du nicht mehr zu bremsen. Achtung: Suchtgefahr! Ganz nebenbei übst du dich in der Kunst des Scheiterns und gibst dir damit den ultimativen Schub ins Wochenende … und ins pure Leben!
Textcolorationen - das Publikum in den Bann ziehen - für Schauspiel und Regie
Alex Truffer
Das Publikum soll alleine mit einer durchdachten Text-Gestaltung in den Bann gezogen werden. Was braucht es dazu? Nebst einer präzisen Akzentsetzung (Kurs vom Freitag) sind weitere Elemente wichtig wie: Melodie und Rhythmik. Ein Kurs nicht nur für Schauspiel und Regie!
Improvisiertes Textschreiben
Alexandre Zurkinden
Ein Satz entsteht selten allein. Ein Wort zieht das nächste mit sich, ein Gedanke stolpert in den anderen hinein, und plötzlich steht da etwas, das vorher niemand geplant hatte. Im improvisierten Textschreiben schreiben wir nicht auf die perfekte Idee hin — wir schreiben, um sie unterwegs zu finden. Schnell, spontan, schräg oder poetisch. Mal allein, mal gemeinsam. Ohne Löschen, ohne Festhalten, ohne zu lange nachzudenken. Oft liegt zwischen Unsinn und Wahrheit nur ein einziger Satz. Gemeinsam sammeln wir Sprachfetzen, folgen Bildern und geben dem Chaos eine Stimme. Was passiert, wenn man den inneren Rotstift kurz vergessen darf?
Wahrhaftig präsent sein – Wahrhaftiges Spiel
Katrin Janser Fors
Eines der ersten Dinge, welches der Mensch macht, wenn er geboren ist? Spielen! Ob nur der Freude und dem Spass willens oder mit dem Ziel etwas zu erreichen. In diesem Kurs schärfen wir unsere Wahrnehmung, arbeiten an unserer körperlichen Präsenz und unserer Ausdruckskraft. Wir gehen vom Spiel hinüber ins wahrhaftige Schauspiel. Wir probieren verschiedene Arbeitsmethoden von Theaterschaffenden aus um die in uns schlummernden Charaktere und Emotionen zu finden.
«Culture over the Rööschtigrabe»
Cyrille Richard Marty
Ein Schauspiel-Workshop über Sprachgrenzen hinweg – in Deutsch – Français – English – mit Händen & Füssen!
Wie unterschiedlich verstehen wir eigentlich unsere Kultur? Und wie ähnlich ticken wir, wenn wir gemeinsam auf der Bühne stehen? In diesem besonderen Workshop begegnen sich französisch-, deutsch- und anderssprachige Theaterbegeisterte auf Augenhöhe – in einer kreativen, offenen und humorvollen Atmosphäre.
Die Kurssprache ist nicht festgelegt, sondern bewegt sich frei zwischen Französisch, Deutsch, Englisch – und nonverbalem Spiel. Gemeinsam erforschen wir, wie sich kulturelle Prägungen in unserer Spielweise zeigen. Dabei arbeiten wir mit Elementen des Improvisationstheaters, erkunden das Handwerk des authentischen Spiels und finden die Gesetzmässigkeiten in unserem Spiel wieder. Ganz ohne Druck, aber mit viel Neugier und Spieltrieb.
Worum geht's?
- Gibt es kulturelle Unterschiede beim Theaterspielen?
- Was verbindet uns auf der Bühne – trotz (oder gerade wegen) unserer Unterschiede?
- Wie kann eine gemeinsame Theaterkultur entstehen, wenn die Politik die Theaterverbände sprachübergreifend vereinen will?
Der Workshop lebt von spontanen Übungen, gemeinsamen Fragen und dem kreativen Miteinander – über Sprachbarrieren und (Vor-)Urteile hinweg, hin zu neuen Ausdrucksformen und spielerischer Verständigung.
Wer kann mitmachen? Alle Menschen mit Lust am Spielen, am Ausprobieren und an der Begegnung – ob auf Deutsch, Französisch, Englisch oder mit Körpersprache. Theatererfahrung ist möglicherweise hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.